Buchrezension: Angel Adoree The Vintage Tea Party

Rezension the vintage Tea Party

Buchrezension:  The vintage Tea Party

Es gibt unglaublich viele Arten von Kochbüchern: Die Diätratgeber, die sich dann als nicht praktikabel herausstellen, die unscheinbaren Exemplare, deren Rezepte gut klingen, bei denen dann aber leider an der Bebilderung gespart wurde, es gibt die Hochglanz-Kochbücher, die demonstrativ auf dem Couchtisch liegen, um Gästen imaginäres Können vorzugaukeln, während der Partyservice die Arbeit hat. Und es gibt das fantastische „Vintage Tea Party“ von Angel Adoree, das so viel mehr ist als nur ein Kochbuch. Es ist ein Kunstwerk.

„Vintage“ bezieht sich in diesem wunderbaren Kochbuch vor allem auf die Zeit zwischen den Weltkriegen und ist dabei very british, ohne auch nur ein bisschen verstaubt zu sein. Gleich zu Beginn erzählt die Autorin, wie sie von der Angestellten einer Londoner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Besitzerin der Vintage Patisserie wurde und ihre Liebe zu alten Dingen von der Berufung zum Beruf machte. Kopiervorlagen für die stilsichere Einladung zur Tea Party, praktische Tipps zur Auswahl der Location und der passenden Requisiten bilden die Einleitung, sehr humorvoll und mit einem Augenzwinkern geschrieben. Spätestens jetzt, also noch vor den ersten Rezepten, hat der Vintage-/ Adoree-Virus seine ersten Opfer gefunden.

Es beginnt mit den vormittäglichen Genüssen, dem Brunch. Von gesund bis kalorienreich, von süß bis herzhaft, ist buchstäblich alles dabei. Ob süße Schokoherzen oder selbst gemachtes Müsli mit Suchtfaktor, ob Eier im Coddler mit Lachs oder Spinat, hier können die Köchin und der Koch glänzen. Die Rezepte sind nicht nur optisch ein Genuss, wovon die fantastischen Fotos zeugen, sondern auch geschmacklich. Ausprobiert und für köstlich befunden habe ich die unwiderstehlichen Schokoladenherzen, den Kaffeetraum mit weißer Schokolade und den Orange and Lemon Curd. Alle Rezepte waren nach der Anleitung problemlos zu bewältigen und schmeckten süperb. Auch die Zeit- und Mengenangaben waren exakt passend. Hier finden sich Rezepte für selbst gemachte Marmelade und selbst gebackenes Brot ebenso wie mal mehr, mal weniger alkoholhaltige Getränke. Ich werde sie ALLE ausprobieren.

Im nächsten Kapitel, dem „Afternoon“, geht es weiter mit traditionellen, aber auf unverwechselbare Art angerichteten Sandwiches, Rouladen von der Lachsforelle, Mini-Baisers, Weingelee-Tieren oder auch der Blutorangen-Limonade. Die klassischen Scones dürfen natürlich nicht fehlen, ebenso wenig wie eine modernisierte Variante, die Zitronenscones mit Lavendelcreme. Zu jedem Rezept gibt es eine kurze Einleitung, in der Angel Adoree erläutert, warum sie gerade dieses Rezept ausgesucht hat, wie sie es abwandelte und verjüngte oder welche Erinnerungen es in ihr weckt. Dieses Geplauder ist nie aufgesetzt oder krampfhaft bemüht, sondern ebenso charmant wie der Rest des Buches.

Vintage Teaparty

© Yuki Sugiura (Essen & Trinken), David Edwards (Projekte & Aufnahmeorte), Adele Mildred (Illustrationen)

Mein persönliches Highlight ist der Salatfriedhof aus dem vorletzten Kapitel „Evening“ – schwarz gefärbter Couscous als Erde, dekoriert mit Salaten, Pilzen, Kräutern und Sprossen, das Ganze angerichtet auf einer Salatplatte und vorzugsweise serviert mit einer kleinen Schere für jeden Gast. Das ist nicht nur ungeheuer dekorativ angemessen exzentrisch, sondern auch tatsächlich praktikabel. Wunderbar! In diesem Kapitel gibt es noch eine ganze Menge anderer Rezepte, die Glamour und Geschmack vereinen, die Orangencreme mit pikanten Nüssen etwa oder G and Tea mit Safranfäden.

Den Abschluss bildet ein Kapitel über das perfekte Styling. Frisur und Make-up, aber auch das Styling für den Mann dürfen schließlich nicht vernachlässigt werden!

Fazit: „Vintage Tea Party“ ist ein hochwertiges Gesamtkunstwerk. Es präsentiert uns eine vergessene Welt mit einem Augenzwinkern, mit einer guten Prise Humor und einer überaus charmanten Gastgeberin, die  uns stilsicher durch die Tea Time führt. Die Rezepte reichen von klassisch bis zu exzentrisch, sind aber auch in einer ganz gewöhnlichen Küche von ganz normalen Hobbyköchen zuzubereiten.

Last but not least: Dieses Buch weckt die Diva in jeder Frau, auch wenn sie mit Schürze und Lockenwicklern im Haar am Herd wirbelt.

Zu bestellen ist das Buch entweder beim Buchhändler eures Vertrauens oder direkt beim Verlag: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Angel_Adoree_Vintage_Tea_Party/10737

Angel Adoree, Vintage Tea Party
304 Seiten, mit 200 farb. Abbildungen und 40 Illustrationen
H25,7 x B19,6 Hardcover
                                                                                                       
EUR 29,95 [D] / 40,90 sFr.
ISBN 978-3-8321-9432-1

Wir bedanken uns bei Gunda Plewe  (http://www.facebook.com/gunda.plewe) für diese wunderbare Buchrezension!

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>